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USA

Lenken wir neben den Cabernets und Chardonnays aus Kalifornien das Augen- respektive Gaumenmerk auf die Pinot noirs aus Oregon. Denn in diesem Gebiet entstehen sehr interessante Exemplare aus dieser Sorte, die hohe Ansprüche an das Klima stellt.

Geschichte

Schon um das Jahr 1000 fuhr der isländische Wikinger Leif Eriksson von Grönland aus nach Süden und stiess an die amerikanische Küste. Die Grenland-Sage (Sage der Grönländer) erzählt, er habe dort sanfte Hügel, Lachse, Wild und viele Wildreben mit riesigen Beeren vorgefunden, und so habe er das Land «Vinland» genannt, womit vielleicht Weinland gemeint war. Die wild wuchernden Reben waren in ganz Nordamerika anzutreffen, und so konnten die ersten Siedler bereits aus ihnen Wein keltern. Die Weine hatten aber einen unangenehmen Nebengeschmack, den man Foxton nennt. Viele Versuche, europäische Reben an der Westküste anzupflanzen, scheiterten. Die europäischen Reben waren nicht gegen die in allen Böden gegenwärtige Reblaus, die extremen Klimabedingungen sowie andere Krankheiten resistent. Später wurden Hybride (Kreuzungen amerikanischer, resistenter Labrusca mit europäischer Vinifera) wie Catawba und Concord angebaut, den Foxton aber wurde man nicht los. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts pfropften europäische Einwanderer in Kalifornien die ersten Edelreiser auf amerikanische Unterlagsreben und ebneten damit den Weg für den zukünftig erfolgreichen Weinbau. Um die Jahrhundertwende wuchs der Weinbau vor allem in Kalifornien stark an. Während der Prohibition (1919–1933) mussten die meisten Winzer den Weinbau aufgeben, erst in den 30er Jahren kam es zu einem neuen Aufschwung. In den 60er Jahren begann ein regelrechter Weinboom: Zahlreiche enthusiastische Boutique-Wineries konzentrierten sich von nun an auf die Erzeugung kleiner Mengen hochwertigster Weine. Dieser Trend setzte sich in den 70er und 80er Jahren fort.

Anbaugebiete

Das grösste Weinanbaugebiet Amerikas ist Kalifornien, gefolgt von Oregon, Washington State und New York State. Auch in den anderen Staaten (ausser in Alaska) wird Wein hergestellt, der aber meist regional konsumiert wird.

 

Weine

In den USA werden viele verschiedene Weine hergestellt. Die besten stammen aus europäischen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Pinot noir und Merlot für Rotweine sowie Sauvignon blanc und Chardonnay für Weissweine. Weine aus einheimischen Sorten werden zwar immer noch produziert, verlieren jedoch an Bedeutung.

Produzenten

Von kleinen Boutique Wineries bis zu gigantischen Weinfabriken. Die Zahl der Weinbaubetriebe hat sich in den letzten 20 Jahren verdreifacht, heute sind es an die 100'000.

Rebfläche und Produktionsmenge

Ca. 400'000 ha, rund 20 Mio. hl/Jahr.

Oregon

Eine Weinindustrie im eigentlichen Sinn wurde hier erst in den 60er Jahren aufgebaut. Der Weinbau konzentriert sich entlang der Flussufer. Die Weingärten sind klein und in der Landschaft verteilt. Wegen des kühlen, regnerischen Klimas werden hauptsächlich europäische Sorten kultiviert, mit denen man grosse Erfolge verzeichnet. Oregon gehört nicht nur zu den wichtigsten Weinbaustaaten, sondern ist auch ein bedeutender Lieferant von Eichenholz für die Barriqueherstellung. Pinot noir wird auf mehr als einem Drittel der Rebfläche angebaut, und die Weine daraus sind weltberühmt. Weitere Sorten sind Cabernet Sauvignon, Müller-Thurgau, Gewürztraminer, Chardonnay, Pinot blanc und Riesling.

Washington State

Die berühmtesten Anbaugebiete sind das Yakima Valley und das Columbia River Basin. Sie liegen in den Cascade Mountains, geschützt von einer 4'400 Meter hohen Gebirgskette. Heisse, trockene Sommer und kalte Winter zwingen zur künstlichen Bewässerung. Washington liegt nördlich von Oregon auf dem gleichen Breitengrad wie Bordeaux und Burgund. Aufgrund dessen werden vorwiegend europäische Sorten an- und sortenrein ausgebaut (Varietals). Die wichtigsten Sorten sind Chardonnay, Riesling und Sauvignon blanc. Rote Sorten sind Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Cabernet franc.

New York State

New York State unterscheidet sich von den anderen Regionen der USA dadurch, dass man hier nicht mit den europäischen Vitis vinifera, sondern mit den einheimischen Vitis labrusca begann. Die Labrusca-Sorten haben einen sehr ausgeprägten Charakter und eignen sich eher für Traubensaft und Marmelade als für Wein. Es werden unzählige Rebsorten, sowohl Hybride als auch Amerikaner-Reben, kultiviert.

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