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Das Bordeaux-Weinbaugebiet

Kein anderes Weinbaugebiet hat eine solche Karriere hinter sich. Nach dem Bordeaux-Stil und den grossen Château-Tropfen richtet sich die gesamte Weinwelt. Der Bordeaux-Weinanbau ist der bedeutendste Frankreichs.

Nicht nur zahlenmässig übertrifft er die Produktion der meisten Anbauländer, auch die Qualität ist unschlagbar. Ein ausgeklügeltes Klassifizierungssystem hat das Niveau erhöht und zum grossen Prestige der Region beigetragen. Die feinen Tropfen der Kategorie Premier Grand Cru Classé erzielen auf dem Weinmarkt stolze Preise. Mit der wohl berühmtesten Marke, Mouton Cadet, kommen Weinliebhaber aber ebenso in den Genuss erschwinglicher Spitzenweine. Obschon in letzter Zeit eher wegen exorbitanter Preise, Spekulation und anderer Negativschlagzeilen in aller Munde – nach diesem Stil, nach diesen grossen Weinen richtet sich die gesamte Weinwelt.

Geschichte

Bordeaux ist eine alte Handelsstadt. Dies brachte in der Vergangenheit  infrastrukturell eine Reihe von Vorteilen mit sich. Ihre Lage und dazu ihr grosser Hafen war für die Ausfuhr von Weinen von allergrösster Bedeutung. Schon die Römer erkannten, dass das Bordeaux ein wichtiges Weinanbaugebiet ist. Nach ihnen lebten sowohl Franken wie auch Basken in der Region. Diese zeigten ebenfalls grosses Interesse am Weinanbau.

Das erste Goldene Zeitalter des Bordeaux-Weinbaus begann im 12. Jahrhundert, bedingt durch ein Bündnis mit den Engländern. Bordeaux stieg dank vergünstigter Zölle zum bedeutendsten Handelsplatz für Wein auf. 300 Jahre lang beherrschten die Engländer den Handel in der Bordeaux-Weinregion. Nach dem Hundertjährigen Krieg wurden sie durch eine andere Seemacht abgelöst: Holland. Den Holländern ist die Trockenlegung und die landwirtschaftliche Kultivierung des Médocs zu verdanken, die Anfang des 17. Jahrhunderts erfolgte. Die Gründung der bis heute renommierten Châteaus Haut-Brion und Margaux fällt in diese Zeit.

Im 18. Jahrhundert prägten die Engländer erneut das Bordeaux-Weinbaugebiet. Sie etablierten äusserst geschäftstüchtige Handelshäuser, die das Bordelais weltweit vermarkteten. Auf sie geht das Klassifizierungssystem zurück. Es stellte 1855 nicht nur einen Meilenstein in der Qualitätssicherung der regionalen Weine dar, sondern avancierte zum globalen Vorbild. Später wurden die Engländer durch Kaufleute aus dem Burgund und den französischen Staat abgelöst. Der Weinhandel mit England und anderen Ländern wurde fortgesetzt. Die Region hatte einen hervorragenden Ruf und der Weinbau des Bordeaux entwickelte sich weiterhin vorteilhaft.

Ende des 19. Jahrhunderts wütete die Reblaus und zerstörte weite Teile des Bordeaux-Weinbaugebiets. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war ebenfalls nicht leicht für das Bordelais. Die Weltkriege erschwerten sowohl den Anbau als auch den Weinhandel. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg war ein Neuanfang möglich und die Region erlebte dank verbesserter Anbaumethoden und anderer Sortenzusammensetzungen eine neue Blütezeit. Auch bedingt durch neue Konkurrenten in Australien und Kalifornien rüsteten die Winzer ihre Güter technisch auf. Das Resultat des technischen Fortschritts in den 1960er- und 1970er-Jahren waren die grossen Jahrgänge der 1980er-Jahre. Das Ansehen und auch die Preise sind seither ständig gestiegen.

Geografie

Mit 150 Kilometern Nord-Süd- und bis zu 70 Kilometern Ost-West-Ausdehnung ist das Bordeaux eines der grössten Weinanbaugebiete Frankreichs. Die Region weist eine breite Palette an sehr heterogenen Terroirs auf, weswegen auf ihren Böden eine grosse Vielfalt an Rebsorten gedeiht. Flussläufe prägen das Landschaftsbild wesentlich und untergliedern das Bordelais sowohl in grössere Zonen als auch in viele kleinere Einzelgebiete.

Geografisch lässt sich das Bordeaux in drei Hauptzonen von ähnlichem Charakter unterteilen. Die Flüsse Gironde und Garonne schwemmten einst Sand und Sediment aus den Pyrenäen und dem Massif Central an und schufen damit perfekte Verhältnisse für den Bordeaux-Weinanbau auf der linken Uferseite der beiden Flüsse: magere Erde und ausgezeichnete Wasserdurchlässigkeit. Im nördlichen Bereich der Rive Gauche liegt die Anbauregion Médoc, die vornehmlich mit roten Sorten bestockt ist.

Südwestlich vom Haut-Médoc bilden die Graves eine eigenständige Zone, in der die von Kieselsteinen durchzogenen Böden wunderbare Süssweine und Weissweine hervorbringen.

Der gesamte Bereich jenseits des rechten Ufers von Gironde und Garonne wird Rive Droite genannt. Die von den Flüssen Dordogne und Garonne gebildete Gabelung bildet die Zone Entre-Deux-Mers. Ein hoher Gehalt an Ton und Kieselsteinen sorgt hier für Böden, die sich hervorragend für die Produktion extraktreicher Rotweine und süffiger weisser Spezialitäten eignen. Mehrere kleinere, autonome Bordeaux-Weinanbaugebiete setzen sich zu weiteren Bereichen der Rive Droite zusammen, die häufig unter den Namen Blayais (Nordhälfte) und Libournais (Südhälfte) firmieren. Jenseits der Gabelung, am anderen Ufer der Dordogne, liegen die Regionen, die den Weltruhm des Bordeaux begründeten: Pomerol und Saint-Émilion.

Klima

Dank des an der Atlantikküste vorbeigehenden Golfstroms fällt der Winter im Bordeaux mild und regenreich aus. Auch im Frühling ist der Weinbau des Bordeaux vor Frost sicher. Der Sommer ist heiss und der Herbst, obgleich weniger konstant als die anderen Jahreszeiten, in der Regel warm und lang.

Weine

Jeder Weingeniesser verbindet den Namen Bordeaux mit exzellenten aromatischen Rotweinen. Kein Wunder, denn 85 Prozent der Gesamtrebfläche sind mit roten Reben bestockt. Doch auch im weissen Sortiment befinden sich wahre Perlen. Aufgrund der breiten Palette an Terroirs und Sorten lassen sich die Weinbaugebiete des Bordeaux nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner bringen. 

Fruchtige und sortenreine Merlots sowie die typische rote Assemblage aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet franc sind unbestritten die Aushängeschilder des Bordeaux-Weinbaus.

Aber auch andere Weine aus im weltweiten Vergleich eher seltenen Rebsorten erfreuen sich grosser Beliebtheit. Dazu gehören frische Weissweine, zumeist Assemblagen aus Sémillon, Sauvignon blanc und Muscadelle. Jede Region legt den Schwerpunkt ihrer Produktion auf andere Weine. Dazu gehören unter anderem:

 

  • Médoc: gerbstoffreiche, aber fruchtige Rotweine
  • Saint-Émilion und Pomerol (Rive Droite): fruchtige, sanfte und volle Rotweine
  • Graves: volle Rotweine und fruchtige, trockene Weissweine
  • Sauternes und Barsac (Rives Gauche): goldene, volle und süsse Weissweine

Rebsorten

Cabernet Sauvignon ist der Vorzeigewein aus dem Weinbaugebiet Bordeaux. In absteigender Reihenfolge sind des Weiteren folgende rote Sorten von Bedeutung: Cabernet franc, Merlot, Petit Verdot und Malbec.

Zwar fällt das weisse Sortiment kleiner aus, dennoch entstehen im Bordelais ausgezeichnete sortenreine Weissweine. Zudem werden die weissen Trauben auch für Verschnitte verwendet. Die berühmten Sauternes wären ohne die Edelrebe Sémillon nicht denkbar. Auch Sauvignon blanc findet in Frankreich neben der Loire in Bordeaux ein bedeutendes Weinbaugebiet. 

Regionen des Weinbaugebiets Bordeaux

Médoc

Noch bevor die Gironde in den Atlantischen Ozean mündet, durchfliesst sie das Médoc, eine Kernregion des Bordeaux-Weinanbaugebiets. Zwar erstreckt sich das Médoc nur wenige Kilometer entlang des linken Gironde-Ufers, doch der Rebflächenertrag von rund einer Million Hektoliter pro Jahr ist beachtlich. Einen grossen Anteil an der Gesamtproduktion hat die gleichnamige Appellation. Aus den weiter südlich gelegenen Weingärten des Haut-Médoc stammen diese Spitzenweine von Weltrang: Saint-Estèphe, Paulliac, Saint-Julien, Moulis-Listrac und Margaux.

Graves

Das Bordeaux-Weinbaugebiet am linken Ufer der Garonne, südlich der Stadt Bordeaux, nennt sich Graves. Hier sind die berühmten und zu den ältesten Bordelais-Weingütern gehörenden Château Haut-Brion und Château Pape-Clément beheimatet. Auch im Anbau der Graves dominieren rote Sorten. Sie belegen zwei Drittel der Gesamtrebfläche. Die Weissweine der Graves sollten Liebhaber trockener wie jene edelsüsser Tropfen jedoch gleichermassen unbedingt einmal probiert haben.

Durch das tief liegende Terrain sowie die Wechselwirkung mit dem Fluss entsteht eine feuchte Kühle, die für die Verbreitung des Schimmelpilzes Botrytis ideale Bedingungen schafft. Die Edelfäule, die der Pilz hervorruft, verleiht dem Traubensaft eine intensive, aber nie klebrig wirkende Süsse. Flaschen, auf denen der Name Sauternes prangt, sind aus der Produktwelt der Süssweine nicht mehr wegzudenken. Weltweit sind sie als Begleiter von Desserts gefragt. Am meisten steuert die Rebsorte Sémillon zu den Weissweinen bei. Daneben sind Sauvignon blanc und Muscadelle von Bedeutung.

Rive Droite

Zum grössten Weinbaugebiet im Bordeaux-Gebiet nördlich der Flüsse Gironde und Garonne gehören die beiden prestigeträchtigen Appellationen Saint-Émilion und Pomerol. Die beiden Regionen weisen heterogene Terroirs mit sehr verschiedener Ausprägung auf, die sich mitunter sogar von Château zu Château unterscheidet. Für Abwechslung sorgt ebenso der Anbau mehrerer Rebsorten – ein Umstand, der die Region für Verschnitte prädestiniert. Merlot und Cabernet franc finden sich beispielsweise in der altbewährten Bordelais-Assemblage wieder.

Aus dem Gebiet Entre-Deux-Mers wiederum stammen wundervoll frische Weisswein-Assemblagen.

Rebfläche und Produktionsmenge

121'000 Hektar, etwa 6 Mio. Hektoliter pro Jahr.

Ob die klassische Bordeaux-Rotwein-Mischung, edelsüsse Sauternes oder trockene Weisswein-Cuvées – mit Mondovino begeben Sie sich auf eine Reise durch das gesamte Bordeaux-Weinbaugebiet. Einen Bordeaux können Sie bequem über unseren Onlineshop bestellen oder bei Ihrem nächsten Besuch in einer der Coop-Verkaufsstellen erwerben. 

Karte

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