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Weinbau an der Mosel

Atemberaubende Hanglagen und schmale Steinterrassen, auf denen sich die Rebstöcke dicht an dicht reihen: Die sich durch das Tal schlängelnde Mosel ist nicht nur ein traumhaftes Landschaftspanorama, sondern bringt auch feine Weine hervor. Der Fluss sorgt für ein mildes Klima, weswegen an seinen Ufern weisse Trauben wie die Edelrebe Riesling auf das Prächtigste gedeihen.

Weinbaugebiet Mosel

Zu Recht gilt das Weinbaugebiet an der Mosel als die international bedeutsamste Weinregion Deutschlands. Nirgendwo sonst bürgen steile Hanglagen für Spitzenqualität und prägen den Weinbau so stark wie an der Mosel. Schon die Römer haben sich diese geografische Besonderheit zunutze gemacht. Selbst bei einer Hangneigung von 65 Prozent schrecken die hiesigen Winzer nicht vor einer Bestockung zurück. Tapfer bewältigen sie die mühsame Arbeit auf den zum Teil extremen Steilhängen, an denen jeder Versuch einer Mechanisierung scheitern muss. Das unwegsame Gelände ist jedoch zugleich der grosse Trumpf des Mosel-Weinbaus. Auf den Hanglagen der Flusstäler von Mosel, Saar und Ruwer reifen die überwiegend weissen Trauben unter geradezu idealen Bedingungen. Denn die Bodenqualität ist hervorragend und die Hangneigung ermöglicht maximale Sonneneinstrahlung.

Die tonangebende Rebsorte ist der Riesling, der am Moselufer die weltweit besten Reifebedingungen hat. Egal ob er feinherb, trocken oder edelsüss ausgebaut wird: Der Weinbau an der Mosel bringt die feinsten Rieslinge der Welt hervor. Aber auch die anderen Weissweine geniessen hohes Ansehen. Typische Merkmale sind der fruchtige Charakter und der geringe Alkoholgehalt. Die Weine haben einen leicht mineralischen Unterton, verursacht durch das besondere Terroir. Auf der ganzen Linie überzeugen auch die vollmundigen Rotweine, die an der Mosel in geringen Mengen produziert werden.

Geschichte des Weinanbaus an der Mosel

Weinbau an der Mosel wird bereits seit 2’000 Jahren betrieben. Im sogenannten Gallischen Krieg eroberten Cäsars Legionäre die Täler der Mosel und gründeten dort die Stadt Trier – damals Augusta Treverorum genannt –, die sich im Laufe der Jahre als Kaiserresidenz etablierte. Zwar tranken bereits die Kelten Wein, doch die Einführung des Weinanbaus ist den Römern zu verdanken. Mit dem Ausbau der römischen Siedlungen stieg auch der Bedarf an dem alkoholischen Genussmittel – schon bald bestockten Weinreben die Flusstäler. Noch heute zeugen Überreste antiker Keltereien von den Anfängen der Traubenkultivierung.

Nachdem das Römische Reich untergegangen war, führten die Klöster den Weinbau an der Mosel fort; dank ihrer weitläufigen Ländereien konnten sie das Anbaugebiet ausdehnen. Namen wie Jesuitenwingert oder Benediktinerberg auf den Flaschenetiketten erinnern an die kirchlich geprägte Vergangenheit der Moselweine.

Im Hochmittelalter brachten Zisterziensermönche aus dem Burgund ihre Expertise an die Mosel. Mit der Französischen Revolution fand diese Hochphase der Weinkultivierung ein jähes Ende. Im Zuge der Säkularisierung verloren die Klöster ihre Besitztümer. Die Politik des Königreichs Preussen erschwerte in den Folgejahren das Leben der Weinbauern. Erst Ende des 19. Jahrhunderts blühte der Weinanbau an der Mosel dank staatlicher Förderung erneut auf und erlangte sogar erstmals Weltruhm. Doch die beiden Weltkriege beendeten diese erneute Blütezeit. Zwar stieg die Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg wieder, doch für mehrere Jahre ging Quantität vor Qualität. Erst die Wiederentdeckung der steilen Hanglagen und eine Ertragsbegrenzung führten zu einer wirklichen Renaissance des Moselweins.

Die Geografie an der Mosel – das ideale Weinbaugebiet

Charakteristisch für die Region Mosel und den dortigen Weinanbau ist die Flusslandschaft. Die Mosel und ihre Nebenflüsse Saar und Ruwer mäandern durch die Hügellandschaft und bildeten durch steile Hänge begrenze Täler. Das Weinbaugebiet der Mosel erstreckt sich über 200 Kilometer und umfasst circa 9'000 Hektar. Das Gebiet lässt sich in sechs Bereiche sowie zahlreiche Gross- und Einzellagen unterteilen.

Kerngebiet ist die Mittelmosel, durch deren enge Täler sich der Fluss windet. Dort befinden sich die bedeutendsten Lagen, in denen die feinen Rieslinge der Trittenheimer Apotheke sowie das Piesporter Goldtröpfchen beheimatet sind. Die sogenannte Terrassenmosel befindet sich am unteren Moselverlauf und weist die steilsten Uferhänge auf. Eine geringere Hangneigung haben die Weinberge der Obermosel. Während woanders Schieferböden vorherrschen, sind die Böden in diesem Gebiet reich an Muschelkalk, Keuper und Mergel. Die Schieferböden mit ihrem oftmals hohen Steingehalt sind massgeblich für die mineralischen Nuancen der Moselweine verantwortlich.

Das kleinste Areal ist das Moseltor bei Perl. Recht steil ist es im Ruwertal, wo der Riesling auf Devonschiefer gedeiht und wo die Rebstöcke am dichtesten stehen. Schiefer, tonhaltige Erde und eine erhöhte Lage prägen das Terroir des Saar-Gebiets. Diese Umweltbedingungen wirken sich auf den Reifeprozess der Weine aus, die darum recht säurebetont sind.

Klimatische Verhältnisse im Weinanbaugebiet der Mosel

Die steilen Uferhänge erzeugen ein besonderes Mikroklima, das sich ausgesprochen günstig auf den Vegetationszyklus der Reben auswirkt. Die Steilhänge haben den optimalen Neigungswinkel: Jeder Rebstock erhält maximal viel Sonnenlicht, sodass er seine Früchte bis zur vollen Reife tragen kann – was ein wichtiger Faktor für die Entwicklung aromatisch-fruchtiger Weine ist. Für milde Temperaturen sorgen die vielen Wasserflächen. Zudem speichern Schieferböden Wärme, sodass die Lufttemperatur selbst bei kalten Wetterfronten nur moderat sinkt.

Weine von der Mosel

Terroir betonte Weine mit mineralischer Note, fruchtigem Geschmack und geringem Alkoholgehalt – das sind die Kennzeichen der Erzeugnisse, die an der Mosel entstehen. Der Weinbau in dieser Region bietet für jeden Geschmack und jedes Portemonnaie etwas. Die Palette reicht von einfachen Tafelweinen bis zu Prädikatsweinen, die bei Auktionen beachtliche Preise erzielen. An der Spitze der Weinraritäten steht der Mosel-Riesling, der aufgrund seines grandiosen Lagerpotenzials auch nach Jahrzehnten noch eine wahre Gaumenfreude ist. Der Anteil an erschwinglichen Qualitätsweinen überwiegt jedoch deutlich. Von trocken ausgebauten Weinen bis zu edelsüssen Ausprägungen – Weine von der Mosel decken das gesamte Geschmacksspektrum ab. Dazu gehören ebenso traditionsreiche Spezialitäten, etwa aromatisch-süsse Spätlesen, Eisweine und Trockenbeerenauslesen. Auch das Segment der Perlweine überzeugt: Aus Riesling und Elbling werden Sekt und Crément gekeltert.

Rebsorten des Mosel-Weinanbaugebiets

Mit einem Anteil von 60 Prozent dominiert die Rebsorte Riesling den Mosel-Weinbau. Das ist auch nicht verwunderlich, schliesslich ist das Terroir für die Edelrebe geradezu perfekt. Grosse Finesse und mineralische Nuancen prägen den Riesling aus dem Weinbau der Mosel. An zweiter Stelle folgt Müller-Thurgau, der an der Mosel ebenfalls fruchtig-trocken ausfällt. Eine rare Köstlichkeit des Weinanbaus der Mosel ist der Elbling. Körperreiche Weissburgunder und Grauburgunder runden das weisse Spektrum ab.

Ebenso gehaltvoll sind die Weine aus roten Trauben, mit denen immerhin vier Prozent des Weinanbaugebiets Mosel bestockt sind. Erwähnenswert sind insbesondere der Dornfelder und der Spätburgunder.

Rebfläche und Produktionsmenge

Die Gesamtrebfläche im Moselgebiet beträgt 9’000 Hektar und ergibt eine jährliche Weinproduktion von circa 790’000 Hektolitern.

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