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Weinanbau in Franken: Zwischen Müller-Thurgau und Bocksbeutel

Das Maindreieck, der Bocksbeutel und der Müller-Thurgau – diese drei Schlagworte fallen immer dann, wenn es um den Weinanbau in Franken geht. Hier lesen Sie Wissenswertes zu den am meisten angebauten Rebsorten, dem Charakter der Weine und zum international bekannten Bocksbeutel aus Frankens Weinanbaugebiet.

Franken als Weinbaugebiet: Ein kurzer Überblick

Das Weinbaugebiet in Franken liegt als einziges vollständig in Bayern – es erstreckt sich von Aschaffenburg über Würzburg bis nach Bamberg und bietet rund 6’000 ha Rebfläche. Das Maindreieck rund um Würzburg gilt als das Herz des fränkischen Weinbaus.

Charakteristisch ist das Klima des Weinanbaugebiets in Franken: Während es im Sommer heiss und trocken bleibt, sind die Reben im Winter enormer Kälte ausgesetzt – es ist schon passiert, dass ganze Weinberge in Nächten bei minus 30 Grad erfroren sind. Darum konzentriert sich der Weinbau in Franken auf geschützte Lagen – zum Beispiel im Maintal oder auch an den Hängen des Steigerwalds. Der Fokus liegt auf Weisswein. Nur 20 Prozent der produzierten Weine sind Rotweine.

Das Weinanbaugebiet Franken und der Bocksbeutel

Fans von Frankens Weinanbaugebiet verbinden den Wein aus dieser Region direkt mit dem Bocksbeutel – dieser ist fast schon eine Art Wahrzeichen. Der Bocksbeutel ist eine bauchige und flache Weinflasche. Sowohl hochwertige Weiss- als auch Rotweine werden gemäss der Tradition in diese charakteristischen Gefässe gefüllt. Woher der Name Bocksbeutel kommt, konnte bis heute nicht genau belegt werden. Es wird jedoch vermutet, dass die Bezeichnung aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Hodensack eines Ziegenbocks entstanden ist. Dieser wurde nämlich einst als Beutel benutzt, um Flüssigkeiten zu transportieren. In der Weinregion Franken ist der Bocksbeutel tief verankert – schon seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts. Inzwischen ist er auch markenrechtlich geschützt.

Weinbau in Franken: Die wichtigsten Rebsorten

Aufgrund der klimatischen Bedingungen ist die Weinregion Franken für spät reifende Rebsorten nicht geeignet – denn diese würden bei den niedrigeren Temperaturen nicht voll reifen können. Daher werden dort hauptsächlich früh reifende Reben bevorzugt. Noch immer ist Müller-Thurgau die bedeutendste Sorte für die Weinanbaugebiete in Franken – stolze 2’400 ha werden von der traditionsreichen Rebe beansprucht. Neben dem Müller-Thurgau bekommt das Klima auch einigen Neuzüchtungen in besonderem Masse: Darunter zum Beispiel der Kerner und der Bacchus. Auch der Silvaner ist für Franken und den Weinbau bedeutend – dieser wird heute auf circa 1’250 ha angebaut. In günstigen Lagen werden auch RieslingGewürztraminer sowie Weisser und Grauer Burgunder herangezogen.

Der Wein aus Franken zeichnet sich durch seinen besonderen Charakter aus – durch diesen hebt er sich deutlich von Weinen aus anderen deutschen Anbaugebieten ab. Dies liegt nicht zuletzt an den Böden aus Muschelkalk, Buntsandstein und Gipskeuper. Im Zuge der Vegetationsperiode nehmen die Trauben eine Vielzahl an Mineralstoffen auf: Die Weine sind somit besonders körperreich. Dieser einzigartig intensive Geschmack wird durch die trockene Art der Frankenweine noch hervorgehoben.

Doch was wird im Weinanbau in Franken anders gemacht? Die Weine unterliegen strengeren Qualitätsprüfungen als in jedem anderen deutschen Weinanbaugebiet. An die Frankenweine werden zum Beispiel besonders hohe Anforderungen gestellt, was den Körper des Weins, also den Mineralstoffgehalt, angeht. Darüber hinaus dürfen trockene Frankenweine pro Liter gerade einmal 4 g Restzucker beinhalten – trockene Weine aus anderen Gebieten dürfen hingegen mehr als das Doppelte an Restzucker aufweisen. Aus diesem Grund werden Weine aus Franken auch oft als „fränkisch trocken“ beschrieben. Dieser Charakter macht den Wein zum idealen Begleiter für zahlreiche Speisen.