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Weinbaugebiet Baden

Die drittgrösste und wärmste Weinregion Deutschlands produziert Weine von ausgezeichneter Qualität. Die südlich gelegenen Weinberge profitieren von vielen Sonnenstunden und günstigen Lagen. Kein Wunder also, dass dort typische Burgunder-Sorten prächtig gedeihen und die Traubenproduktion anführen. Die geologischen Unterschiede in der Region sorgen für ein beachtliches Sortenspektrum und verschiedene Weinstile. An der Spitze stehen weisse Sorten wie Müller-Thurgau und Grauburgunder. Im roten Sortiment dominiert Spätburgunder. Die badischen Spezialitäten Weissherbst und Badisch Rotgold sind das Aushängeschild der Region.

Geschichte des Weinbaus in Baden

Es waren die Römer, die den Wein in die Region brachten. Höchstwahrscheinlich pflanzten sie bereits im 3. Jahrhundert die ersten Reben an. Viel mehr ist über die Anfänge des Badener Weinbaus nicht bekannt, da er erst deutlich später, nämlich in einer Urkunde aus dem Jahr 1270, erstmalig dokumentiert ist. Wie in den meisten Regionen Europas trieben auch im Weinbaugebiet Baden vor allem die Klöster die Kultivierung der Reben voran. Die im Besitz der Kirche und des Adels befindlichen Rebflächen wurden von Weinbauern bewirtschaftet. Die geringe Entlohnung führte zu Unmut unter den Bauern. Viele entschlossen sich dazu, ins Nachbarland Frankreich auszuwandern.

Erst die Gründung der ersten deutschen Winzergenossenschaft verbesserte die Arbeitsbedingungen der heimischen Bauern. Diese Genossenschaften prägen bis heute die Struktur des Weinbaus in Baden: Nach wie vor gehören die meisten Winzer einer der 100 Produktionsgemeinschaften an, die vom grössten Genossenschaftsbetrieb Europas, dem Badischen Winzerkeller, zentral gesteuert werden. Die badischen Winzer gründeten überdies Weinbauschulen, die der jungen Generation die notwendige Expertise vermitteln sollten. Im 19. Jahrhundert war Baden zeitweise das grösste Weinanbaugebiet Deutschlands, eine Position, welche die Region im 20. Jahrhundert wieder einbüsste.

Geografie des Weinanbaugebiets Baden

Das Weinbaugebiet Baden erstreckt sich über beachtliche 300 Kilometer vom Bodensee entlang des Schwarzwalds bis zur Nachbarregion Franken. Der Rhein bildet eine natürliche Aussengrenze. Geologisch prägen die Tiefebenen und Seitentäler des Rheins das Badener Weinbaugebiet. Die Bodentypen variieren stark – ihr Spektrum reicht von Vulkangestein über kalkhaltige Erde bis zu Keuper. Die Weinregion Baden ist in neun Gebiete unterteilt, die jeweils spezifische Besonderheiten aufweisen.

Das Klima in Baden

Die südliche Lage sorgt für mildes Klima und viele Sonnenstunden. Anders als die übrigen deutschen Regionen gehört das Weinbaugebiet Baden nicht zur kältesten Weinbauzone. Laut den EU-Richtlinien zum Weinbau zählt Baden ebenso wie das Elsass, Savoyen, die Loire und Österreich zur Zone B. Insbesondere in den geschützten Rheintälern sind hohe Temperaturen keine Seltenheit. Am wärmsten wird es in der Region Badische Bergstrasse, die nicht ohne Grund als „deutsche Riviera“ bezeichnet wird.

Die Weinbaugebiete Badens im Einzelporträt

Das Weinbaugebiet Baden untergliedert sich in neun Bereiche, die aufgrund der besonderen geologischen Gegebenheiten eine Vielzahl unterschiedlicher Weine hervorbringen.

Kaiserstuhl: Den grössten Anteil am Badener Weinbau hat mit rund 4'000 Hektar der Kaiserstuhl. Das Gebirge am Oberrheingraben ist vulkanischen Ursprungs, weswegen auf den Rebflächen vulkanisches Gestein und Löss überwiegen. Auf den südlichen Hängen einer der wärmsten Regionen Deutschlands finden die Trauben von Spätburgunder, Müller-Thurgau und Grauburgunder beste Bedingungen vor, sodass sie jedes Jahr voll ausreifen.

Breisgau: Am Rande des Schwarzwalds sind im zweitgrössten Bereich des Badener Weinbaugebiets Muschelkalkformationen und Gneis vorherrschend. Das Sortenspektrum wird vom Spätburgunder angeführt, gefolgt von Müller-Thurgau, Riesling und Grauburgunder.

Markgräflerland: In dieser Region zwischen Basel und Freiburg wird das Weinbaugebiet Baden vorwiegend von Lehm, Löss und Mergel bestimmt, die das Substrat für die vornehmlich weissen Rebsorten bilden. Der Chasselas macht mit 40 Prozent den Hauptanteil der dortigen Traubenproduktion aus. Daneben werden einige Weissburgunder und Müller-Thurgauer gekeltert.

Ortenau: Porphyr und Granit sind ein ausgezeichnetes Terrain für die Edelrebe Riesling sowie für Spätburgunder und Müller-Thurgau. Aufgrund der höheren Niederschläge konzentrieren sich die Winzer in der Region Ortenau auf diese drei Rebsorten.

Kraichgau: Die Terrassen des Kraichgaus bestehen überwiegend aus mit Kalk durchzogenem Lössboden. Auch dort sind die Bedingungen für Riesling ideal. Auf den Hängen wachsen zudem Spätburgunder, Müller-Thurgau und Grauburgunder.

Tuniberg: In dieser Weinregion Badens sind für den Boden Kalkstein und Löss charakteristisch. Auch dort wachsen überwiegend Burgundersorten sowie Müller-Thurgau. Einiges Ansehen geniessen die im Barrique ausgebauten Grauburgunder.

Tauberfranken: Auf feinem Lehm, Muschelkalkgestein und Keuper gedeihen vorwiegend weisse Trauben. In der nordöstlichsten Region des Weinbaugebiets Baden bevorzugen die Winzer wegen der Frostgefahr Müller-Thurgau und Riesling. Weitere Weissweine von Bedeutung sind Weiss- und Grauburgunder.

Bodensee: Dank der riesigen Wasserfläche fällt das Wetter im südlichsten Bereich der Weinregion Baden noch milder aus. Da die Rebflächen in beachtlicher Höhe liegen, kann es in den Weinbergen während der Reifezeit dennoch recht frisch werden. Die Ergebnisse sind daher deutlich fruchtbetonter als in den anderen Rebgebieten. Kennzeichnend für die Böden sind eiszeitliche Gesteinsablagerungen. Die Winzer bevorzugen Spätburgunder, der jedoch oft zu Rosé und Weissherbst ausgebaut wird. Danach folgen Müller-Thurgau und Weissburgunder.

Badische Bergstrasse: Mit 400 Hektar verfügt dieses Gebiet über die kleinste Rebfläche. Typisch sind das warme Klima und die Lösslehmböden. Das weisse Sortiment dominiert; am häufigsten werden Weine aus Riesling und Silvaner gekeltert. Aber auch weisse Burgunder erfreuen sich grosser Beliebtheit.

Typische Weine aus Baden

Obwohl es im Weinbaugebiet Baden eine grosse Vielfalt an Weinsorten und -stilen gibt, weisen die neun Bereiche der Region einige Gemeinsamkeiten auf: Die Weinproduktion wird überwiegend von weissen Trauben bestimmt, populär sind insbesondere Müller-Thurgau und Grauburgunder. Burgunder-Rebsorten sind sowohl im weissen als auch im roten Sortiment gefragt. Das Weinanbaugebiet Baden verfügt über die grösste Anbaufläche für Spätburgunder in ganz Deutschland.

Zu den Spezialitäten gehören Weissherbst und Badisch Rotgold. Weissherbst ist ein aus Spätburgunder gekelterter Rosé von blassroter Farbe. Die Rebsorte wird nach einer kontrollierten Herstellungsmethode sortenrein wie ein Weisswein vinifiziert und gilt als Prädikatswein. Auch Badisch Rotgold ist ein Qualitätswein und eine echte Delikatesse. Für ihn wird etwa zur Hälfte Grauer Burgunder mit Spätburgunder verschnitten. 

Rebsorten der Weinregion Baden auf einen Blick

Im weissen Sortiment dominieren in abnehmender Reihenfolge folgende Sorten:

Im roten Bereich kommen diese Sorten am häufigsten vor:

Rebfläche und Produktionsmenge

Auf den rund 15'800 Hektar Rebfläche werden jährlich circa 1,1 Hektoliter Wein produziert.

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